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Neue Infektionskrankheiten in den Niederlanden durch den Klimawandel

2026-08-26 8 Min. LesezeitVaxy
Neue Infektionskrankheiten in den Niederlanden durch den Klimawandel

Neue Infektionskrankheiten in den Niederlanden durch den Klimawandel

Dengue klingt tropisch. Im europäischen Teil der Niederlande ist sie das noch: eine Krankheit, die Reisende mitbringen. Der Gesundheitsrat warnte im Mai 2026 trotzdem: durch den Klimawandel werden die Bedingungen hier günstiger für Krankheiten über Mücken, Zecken und Wasser.

Das RIVM ist vorsichtiger. Klima ist ein Faktor. Handel, Reisen und wie wir wohnen tun oft mehr. Eine neue Mücke in den Niederlanden ist nicht automatisch Schuld eines wärmeren Sommers.

Das ist Information, kein medizinischer Rat.

Dengue: jetzt Import, später vielleicht lokal

Dengue verbreitet sich über die Gelbfiebermücke und die Asiatische Tigermücke. Die WHO schätzt weltweit Hunderte Millionen Infektionen pro Jahr. Fieber, Muskelschmerz, manchmal schwere Blutungen.

Laut LCI-Leitlinie des RIVM ist Dengue im europäischen Teil eine Importkrankheit. Bisher wurde keine lokale Infektion bestätigt. Positive Tests bei Rückkehrern stiegen: im Schnitt 136 pro Jahr 2014–2019, 367 im Jahr 2023 und 544 im Jahr 2024.

In der Karibik der Niederlande kommt Dengue vor. Das RIVM nennt Dutzende Fälle pro Jahr und größere Ausbrüche 2023–2024. Der Gesundheitsrat gibt diesen Inseln Vorrang, weil die Risiken dort größer und vielfältiger sind.

In Südeuropa gab es bereits lokale Dengue. Das ECDC erfasst Fälle unter anderem in Frankreich, Italien, Spanien und Kroatien. 2026 meldete bis Anfang August nur Frankreich eine lokal erworbene Dengue auf dem europäischen Festland.

Es gibt Dengue-Impfstoffe. In den Niederlanden sind sie für Reisende gedacht, nicht für die ganze Bevölkerung. Fragen Sie LCR oder eine Reisemedizin.

Die Tigermücke: Bekämpfung kauft Zeit

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) kann Dengue, Chikungunya und Zika übertragen. Im Mittelmeerraum sitzt sie fest. In den Niederlanden noch nicht, dank Bekämpfung durch VWS und NVWA.

Das RIVM ist klar: mehr Funde in den Niederlanden kommen vor allem durch Handel und Reisen, nicht durch den Klimawandel. Sollte sich die Mücke ansiedeln, spielt das Klima dann doch. Bei höheren Sommertemperaturen vermehren sich Viren in Mücken schneller.

Der Gesundheitsrat erwartet Ansiedlung an bestimmten Orten innerhalb von 2 bis 5 Jahren. Danach können lokale Dengue-Ausbrüche folgen, wenn ein virämischer Reisender das Virus mitbringt.

Im August 2026 veröffentlichte die NVWA eine DNA-Studie: die Mücke kommt über mehrere Einschleppungen, unter anderem über Altreifen und Flughäfen. An manchen Orten überlebte sie den Winter. Bekämpfung kann eine Population trotzdem beseitigen.

Was ist schon da?

Nicht alles ist Zukunft.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME/TBE). Seit 2016 wissen wir, dass niederländische Zecken das Virus tragen können, unter anderem auf der Sallandse und Utrechtse Heuvelrug. Zwischen 2016 und Juni 2024 erwarben 23 Patienten die Infektion in den Niederlanden. 2024 gab es 8 Meldungen. Seit 1. März 2025 ist FSME mit neurologischen Beschwerden meldepflichtig. Etwa 1 von 1500 Zecken in bekannten Gebieten trägt das Virus. Bei Lyme etwa 1 von 5. Das RIVM sagt: in den Niederlanden keine FSME-Impfung nötig. Wohl bei Reisen in Länder, in denen FSME häufig ist.

West-Nil-Fieber. 2020 erwarben 8 Menschen in den Niederlanden das Virus, vor allem um Utrecht, über die gewöhnliche Hausmücke. Das Virus sitzt in Vögeln. Der Gesundheitsrat nennt wärmere Sommer günstig für die Übertragung. Das Risiko für die meisten Menschen bleibt klein.

Lyme. Schon lange die häufigste Zeckenkrankheit hier. Mehr Zecken bei milderem Wetter erhöhen den Kontakt, sagt auch der Gesundheitsrat.

Wasser. Niederländische Küstengewässer sind geeigneter für Vibrio geworden. Wärmeres Oberflächenwasser hilft auch Legionellen und Blaualgen.

Chikungunya und Zika folgen derselben Mückengeschichte wie Dengue: jetzt vor allem ein Reiserisiko, später möglicherweise lokal, wenn die Tigermücke bleibt.

Was können Sie tun?

  • Reise in Gebiete mit Dengue oder FSME: rechtzeitig fragen, ob eine Impfung sinnvoll ist.
  • In den Niederlanden: nach Grünflächen auf Zecken prüfen, Abendmücken meiden. Fieber nach einer Tropenreise: Hausarzt, und sagen, wo Sie waren.

Notieren Sie Impfungen und Reisespritzen. Mit Vaxy sehen Sie vor der Abreise, ob Dengue oder FSME schon in Ihrer Übersicht steht.

Dieser Artikel ist Information, kein medizinischer Rat.

Kurze Antworten

Gibt es Dengue hier schon? Im europäischen Teil nur bei Reisenden. In der Karibik der Niederlande ja. Lokale Übertragung in Südeuropa gibt es schon.

Siedelt sich die Tigermücke an? Noch nicht, wegen der Bekämpfung. Der Gesundheitsrat erwartet das an manchen Orten innerhalb von 2 bis 5 Jahren.

Welche Krankheiten sind schon da? FSME seit 2016, West-Nil 2020 bei Menschen, Lyme länger. Wärmeres Wasser: Vibrionen und Legionellen.

Soll ich mich hier gegen Dengue oder FSME impfen lassen? Für das Leben im europäischen Teil meist nicht. Für bestimmte Reisen manchmal schon. Fragen Sie LCR, Hausarzt oder GGD.

Quellen

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